/ Allgemein

Reallabor und interaktive Service Plattform für nutzerzentrierte Serious und Health Games im Bereich erweiternder Realitäten

Virtual und Augmented Reality sind der nächste große Schritt der Unterhaltungselektronik. Deloitte und Bitkom geben in ihrer Studie „Consumer Technology“ an, dass insgesamt 31% sich vorstellen können, eine solche Technologie zu nutzen. Im Bereich AR zeigt Pokémon Go, dass digitale Spiele mit spannender Technologie ein großer Motivator vor allem auch zur physischen Aktivierung sind. Der Trend steht und fällt mit der Produktion der digitalen Inhalte. Das Gesundheitswesen kann von diesem Trend profitieren, stellt jedoch auch eine Vielzahl gesetzlich-regulatorischer Rahmenbedingungen, z.B. Datenschutz, Medizinproduktegesetz oder Finanzierungsstrukturen.

Das Projekt schafft mithilfe des Health Reality Labs (Experimentierraum) sowie der Health Reality Platform eine reale und digitale Umgebung, um die Translation zwischen Kreativ- und Gesundheitswirtschaft im Bereich von Anwendungen der erweiternden Realität zu fördern. Es werden Best Practices und Design Principles zur gebrauchstauglichen Umsetzung von AR/VR Anwendungen erforscht und Gütekriterien festgelegt. Die Forschungsgegenstände werden entlang einer AR und einer VR Anwendung evaluiert. Ein besonderer Fokus der Evaluation liegt in der Erforschung von Methoden zur Bewertung der Nutzerzentrierung solcher neuen Gesundheitstechnologien. Kreativmethoden werden derart weiterentwickelt, dass die Anforderungen der Gesundheitswirtschaft erfüllt werden können.

/ PROJEKT

Dieses Projekt zielt darauf ab, das bestehende Wissen dieser Branchen für das Gesundheitswesen zu erschließen, durch ein Reallabor zu verbreiten und im Rahmen von E-Health und Mobile Health Anwendungen zu implementieren.

Welche Anforderungen stellen sich an die bestehenden Kreativmethoden und Design-Principles um erweiternde Realitäten nutzerzentriert auf das Gesundheitswesen übertragen zu können?

Es ist evident, dass Gesundheitsanwendungen besonders hohe Anforderungen – an auch gesetzlich-regulatorisch vorgegebene – Gütekriterien stellen, geht es hier um eine Unterstützung therapeutisch-rehabilitativer Anwendungen. Die Entwicklung von qualitativ hochwertigen, validierten Inhalten in Form von interessanten Interaktionsmodellen, innovativen Mechaniken und einer entsprechenden Gebrauchstauglichkeit ist ein essentieller Faktor für das Überleben einer Technologie. Hieraus ergeben sich die folgenden Herausforderungen:

  • Nutzerzentrierung erfordert ein erfahrbar machen der jeweiligen Innovation. Es bedarf eines öffentlich zugänglichen Raums in welchem der Umgang experimentell erprobt und erlernt werden kann. Es muss ein Diskurs zwischen Kreativ- und Gesundheitswirtschaft, gemeinsam mit den späteren Nutzerinnen und Nutzern gefördert werden, um Stärken und Schwächen einer Innovation nutzerzentriert erfassen zu können.
  • Gesetzlich-regulatorische Rahmenbedingungen für Innovationen im Gesundheitswesen müssen durch die Kreativwirtschaft beim Design und der Umsetzung berücksichtigt werden. Derzeit fehlt es an einem strukturierten Methodensetting, um Kreativunternehmen in der Translation von Produkten zu unterstützen.
  • Bereits heute existieren mi Virtual Reality, Augmented Reality oder Mixed Reality Oberkategorien zur Beschreibung von Produkten der erweiternden Realität. Getrieben durch die Unterhaltungsindustrie und produktionsprozessnahmen Industrie 4.0 Ansätzen, fehlt eine nutzerzentrierte Auseinandersetzung, inwiefern die im Markt verfügbaren technologischen Ansätze (z.B. HTC Vive oder Microsoft Hololens) eine Akzeptanz in der Therapie finden können.

Das Konsortium strebt mit dem hier aufzusetzenden Projekt an, in NRW eine konzertierte Kooperations-, Translations- und Evaluationsstruktur zwischen Kreativ- und Gesundheitswirtschaft für erweiternde Realitäten zu schaffen, um sich gemeinsam mit den o.g. Herausforderungen auseinanderzusetzen.

Projektstart: November 2018

Laufzeit: 3 Jahre

Förderung: Gefördert durch Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union (EU EFRE) unter dem Förderkennzeichen <FK>

/ ZIELE

In den folgenden drei Jahren strebt das Konsortium Innovationen in den nachfolgenden vier Bereichen an:

Reallabor für erweiternde Realitäten in der Gesundheitswirtschaft

Das Reallabor „Health Reality Lab“ ist ein Experimentierraum, in dem unter Beteiligung von Patienten, Gesundheitsberuflern und Experten der Kreativ – sowie der Gesundheitswirtschaft neue Techniken der erweiternden Realitäten für das Gesundheitswesen erlebbar und evaluierbar gemacht wird. „Health Reality“ bedeutet, dass der Einsatz von Technologien nicht aus rein methodisch-technologisch zentrierter Sicht erfolgt, sondern immer unter Beteiligung von späteren Nutzerinnen und Nutzern. Das Lab unterstützt bei der Exploration neuer Technologien, hilft zwischen Unternehmen der Kreativwirtschaft und evaluierenden Einrichtungen zu vermitteln sowie Wissen zwischen Kreativ- und Gesundheitswirtschaft (z.B. Medizinproduktegesetz) zu übertragen.

Transfer von Kreativ- und Games-Methoden in die Gesundheitswirtschaft

Bestehende Kreativ- und Game-Design-Methoden müssen den bestehenden Anforderungen der Gesundheitswirtschaft folgen, u.a.:

  • Methoden der Anforderungsanalyse müssen die besonderen Bedürfnisse der perspektivischen Nutzerinnen und Nutzer im Gesundheitswesens (Patienten, medizinisches Fachpersonal, etc.) mit einbeziehen.
  • Das Medizinproduktegesetz beschreibt in der Norm IEC 62366 ein fest vorgegebenes Vorgehen zur Gebrauchstauglichkeit. Bestehende Kreativmethoden müssen diese Norm berücksichtigen. Die Umsetzung von Anwendungen hat unter Anwendung der IEC 62304 zu erfolgen.
  • Die neue EU-DSVGO beschreibt datenschutzrechtliche Vorgaben, die im Rahmen konzipierender und implementierender Prozesse zu berücksichtigen sind.

Das Konsortium bietet Perspektiven der Anwendung, der Kreativ- sowie der Gesundheitswirtschaft, um Blueprints- und Best Practices zu erarbeiten.

Health Reality Platform und Gütekriterien

Die Health Reality Platform unterstützt das Anbieten von Anwendungen auf der einen Seite sowie die Vermittlung zwischen den relevanten Experten auf der anderen Seite, indem:

  • Anwendung der erweiternden Realität, beschrieben durch Gütekriterien, verbreitet werden. Die Gütekriterien beschreiben, welche Kreativmethoden zum Einsatz gekommen sind, wie die Evaluation erfolgt ist und inwiefern gesetzlich-regulatorische Rahmenbedingungen Anwendung finden.
  • eine Vermittlung zwischen Experten sowie Gesuchen erfolgt. Die HR-Platform soll gezielt dazu genutzt werden, um Interessensgesuche („Suche AR/VR Anbieter für folgende Indikation“, „Biete Evaluationsumgebung und Probanden für“) zu formulieren, sowie die starken Kompetenzen in NRW zum Thema der erweiternden Realitäten zu bündeln.

Exemplarische Implementierung von Innovationsszenarien

Die Projektpartner werden anhand von einem Anwendungsbeispiel der Virtual-Reality sowie der Augmented-Reality zeigen, wie methodische Kompetenzen, Reallabor und HR-Platform zusammenspielen. Gemeinsam mit der Hochschule für Gesundheit werden hierzu, den realen Bedarf adressierende Anwendungsfelder erarbeitet, umgesetzt und evaluiert.

/ KONSORTIUM

Konsortialführer

42dp Labs GmbH

Ansprechpartner: Omid Hashemi

Marienstr. 71, 50825 Köln

https://www.42dp.com

Projektpartner

Hochschule für Gesundheit

Ansprechpartner: Prof. Dr. Wolfgang Deiters

Gesundheitscampus 6-8, 44801 Bochum

https://www.hs-gesundheit.de

Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST

Ansprechpartner: Andre Hellwig

Emil-Figge-Straße 91, 44227 Dortmund

https://www.isst.fraunhofer.de

/ Kontakt

42dp Labs GmbH

Ansprechpartner: Omid Hashemi

info@healthrealitylabs.com